Die 10 Thesen im Überblick:

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#1: Die bayerische Land- und Forstwirtschaft ist 2040 das grüne Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft.

In Bayern gibt es auch im Jahr 2040 rund 100.000 Höfe, eine vielfältige Mischung aus klassischen und neuen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensformen. Damit ist die Zahl in den letzten 20 Jahren stabil geblieben. Sie bilden das wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückgrat in den bayerischen Dörfern und Regionen.



#2: Das Berufsbild Landwirt*in hat sich 2040 erheblich verändert.

Landwirt*innen treten z. B. auch in der Stadt als Unternehmer*innen, Impulsgeber*innen oder Dienstleister*innen auf. Etwa, wenn sie auch im urbanen Umfeld Pflanzen auf Dächern oder an Fassaden kultivieren: professional urban farming. Einige Landwirt*innen stellen z.B. für die Erzeugung von Fleischalternativen die nötigen Ressourcen zur Verfügung.



#3: Das Land ist den Städten und Ballungszentren 2040 als Wirtschafts- und  Lebensraum ebenbürtig.

Neben den klassischen Ballungszentren haben sich die ländlichen Räume zum tragenden Wirtschafts- und Lebensraum in Bayern entwickelt. Durch Homeoffice und mobiles Arbeiten wurden Wohn- und Arbeitsort voneinander entkoppelt. Familien finden im ländlichen Raum bezahlbaren Wohnraum. Landwirt*innen, Einheimische und Neubürger*innen profitieren voneinander.



#4: Regionalität bildet 2040 das Rückgrat der bayerischen Landwirtschaft.

Regionale Lebensmittel sind nicht Wunsch, sondern Wirklichkeit. Das gilt sowohl für den Lebensmitteleinzelhandel als auch für Restaurants und Kantinen. Regionale Wertschöpfungsketten – neben der Landwirtschaft auch in der Lebensmittelverarbeitung – haben große Bedeutung und sichern Arbeitsplätze vor Ort. Die Digitalisierung ermöglicht innovative Verkaufsmodelle für regionale Produkte.



#5: Alle Betriebe wirtschaften 2040 auf einem hohen Nachhaltigkeitsniveau.

Alle Landwirt*innen streben eine nachhaltige Wirtschaftsweise an und entwickeln ihre Betriebe individuell in diese Richtung weiter. Der ökologische Landbau hat sich als Anbausystem mit definierten Standards weiter etabliert. Mehr als jeder Dritte Landwirt*in wirtschaftet 2040 nach Öko-Standards. Die scharfe Trennlinie zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben gibt es nicht mehr, stattdessen sind die Übergänge fließend.



#6: Die Landwirtschaft arbeitet 2040 in geschlossenen, regionalen Nährstoff- und  Futterkreisläufen.

Landwirtschaftlichen Flächen werden nur so viele Nährstoffe zugeführt, wie die jeweiligen Pflanzen brauchen und aufnehmen können. Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfall oder aus der Lebensmittelproduktion dienen als wichtige Nährstofflieferanten für die Landwirtschaft. Stoffkreisläufe werden auf regionaler Ebene geschlossen.



#7: Land- und Forstwirtschaft bilden 2040 die Grundlage für eine neue Bioökonomie als postfossiles, plastikfreies Wirtschaftsmodell.

Die Erzeugung erneuerbarer Energien ist eine wesentliche Aufgabe der Landwirt*innen. Die in der Landwirtschaft benötigte Energie wird komplett selbst hergestellt. Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Materialien, die früher aus fossilen Rohstoffen hergestellt wurden. So  stellt die Land- und Forstwirtschaft Materialien für die industrielle und handwerkliche Produktion bereit. Die Verarbeitung erfolgt dezentral, häufig durch die Landwirt*innen selbst.



#8: Leistungen für Ökosysteme sind 2040 eine selbstverständliche Einkommensquelle.

Landwirt*innen nutzen Dienstleistungen für Ökosysteme und die ökologische Bilanz der Gesamtgesellschaft als innovative neue Geschäftsmodelle, beispielsweise über CO2-Zertifikate für den Einsatz von Bio-Kohle oder den Aufbau von Humus. Über nachhaltiges Wirtschaften werden in der Land- und Forstwirtschaft über die eigenen Emissionen hinaus weiteres CO2 gebunden. Auch gehen Landwirt*innen verstärkt Kooperationen zur Vernässung von Niedermooren ein.



#9: Die „grüne Branche“ ist 2040 stark durch Kooperationen.

Landwirt*innen gründen Gemeinschaftsunternehmen, um sich neue Geschäftsfelder aus Bioökonomie, Ökosystemdienstleistungen und Kreislaufwirtschaft zu erschließen. Projekte und Partnerschaften der Landwirtschaft mit Umweltverbänden und der Wirtschaft sind etabliert. Landwirt*innen sind wichtige Akteure, Fachleute und Dienstleistende im Umwelt- und Klimaschutz.



#10: Die bayerische Landwirtschaft macht 2040 ein Ernährungsangebot für alle Bayern.

Bayerns Landwirt*innen reagieren mit einem passgenauen Angebot auf die Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten. Sie bauen eine große Vielfalt an pflanzlichen Kulturen an. Die Tierhaltung berücksichtigt das Wohlergehen der Tiere und den Ressourcenschutz gleichermaßen.